Mein Weg


Meine Geschichte

Schon vor der Geburt meines ersten Kindes war mir klar: „Ich werde dieses Kind stillen!“ Jegliche Bedenken („aber du musst doch Fläschchen und Milchpulver zu hause haben, falls es mit dem Stillen nicht klappt“) wischte ich resolut zur Seite: „Mein Körper ernährt dieses Kind 9 Monate lang, warum sollte er es nicht auch noch 6 Monate länger schaffen?!“ (Ja, damals dachte ich noch, mit sechs Monaten würde zwingend das Abstillen beginnen)
Glücklicherweise war mein Sohn ein „Naturtalent“ und das Stillen klappte von Anfang an (außer einem sehr heftigen Milcheinschuß, den ich mit Hilfe der tollen Hebammen des Geburtshauses Essen schnell in den Griff bekommen habe) wunderbar.

Die AFS-Stillgruppe…

Die Stillgruppe im Geburtshaus besuchte ich also nicht wegen irgendwelcher Probleme, sondern wegen des Tipps einer der Hebammen, um Kontakt zu anderen Müttern zu bekommen, da ich im gesamten Verwandten- und Freundeskreis die erste mit Baby war.
Von Anfang an gefiel mir die ruhige, wertschätzende und tolerante Atmosphäre in der Gruppe. Jedes noch so kleine Problem und jede Frage wurde ernst genommen und die Mutter in ihrem Bemühen um ihr Kind unterstützt. Es wurden keine Vorschriften gemacht, sondern Erfahrungen und Vorschläge ausgetauscht und jede konnte sich das für sie passende heraussuchen.
Dabei wurden nicht nur Themen rund ums Stillen, wie wunde Brustwarzen, Milchstau oder Beikost angesprochen und Fragen hierzu von der die Gruppe leitenden AFS (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen e.V.)-Stillberaterin beantwortet, es blieb auch immer genug Zeit, sich mit den anderen Müttern auch über Themen wie z.B. Schlafen, Pflege und Einkaufsmöglichkeiten auszutauschen oder auch einfach einmal nur zu ratschen.

…und wie es weiterging

Mein Sohn wurde älter, mein Ziel, ihn 6 Monate voll und danach bis zum ersten Geburtstag weiter zu stillen, hatte ich längst erreicht (und überschritten) und ich besuchte (mittlerweile mit dem zweiten Kind schwanger) immer noch die Stillgruppe; einfach weil es dort so nett war und zu einer liebgewonnenen Gewohnheit geworden.
Als mich dann die damalige Leiterin der Stillgruppe fragte, ob ich nicht auch die Ausbildung zur Stillberaterin machen wolle, brauchte ich nicht lange zu überlegen: Kurz nach der Geburt meiner ersten Tochter meldete ich mich bei der AFS zur Ausbildung zur Stillberaterin an und legte zwei Jahre später (kurz nach der Geburt meiner zweiten Tochter) die Prüfung ab. Seitdem arbeite ich ehrenamtlich als AFS-Stillberaterin.

Heute

Mittlerweile sind meine Kinder „groß“ (zumindest so groß, daß sie nicht mehr gestillt werden), aber der Beratungsarbeit bin ich treu geblieben.  Nicht nur haben sich einige wunderbare Freundschaften aus der Ausbildung und der gemeinsamen Vereinsarbeit ergeben, auch der Hebammenmangel führt zu deutlich gestiegene Beratungsanfragen bei uns StillberaterInnen. Und wenn man manche Ammenmärchen betrachtet (die sich leider teils sehr hartnäckig halten), ist das Aufklären und die Weitergabe korrekter Informationen enorm wichtig!

Denn:

Jede Mutter soll selbstverständlich stillen können! (und nicht wegen falscher Informationen vorzeitig aufgeben)